Sind günstige Boxspringbetten auch gut?

    Leider werben immer mehr Möbel-Discounter auffällig mit besonders billigen Boxspringbetten, um Kunden zu einem unüberlegten Kauf zu bewegen. Wichtige Informationen werden gezielt zurückgehalten. Daran lässt sich meist schnell erkennen, dass die Qualität wohl auf der Strecke bleibt. Häufig finden Sie dann keine genauen Informationen zu den Matratzen, der Anzahl der Federn, das Material des Bettgestells oder des Toppers. Andere Informationen werden wiederum geschönt dargestellt.

    Sie können davon ausgehen, dass nahezu alle Tricks der Werbebranche genutzt werden. Oft wird der Ruf von Boxspringbetten durch solche schwarzen Schafe geschädigt. Kunden beschweren sich über Rückenprobleme und schnell durchgelegene Matratzen. Händler stellen sich bei Reklamationen dann häufig sturr.

    Sie sollten sich deshalb immer fragen: Günstiges oder billiges Boxspringbett?

    „Wer billig kauft, kauft zwei Mal.“ Passender wäre jedoch der Spruch „Wer uninformiert kauft, kauft zwei Mal.“ Denn nur wer weiß worauf zu achten ist, kann auch die richtige Entscheidung treffen. Im Folgenden werden Sie sehen welche Tricks bei besonders günstigen Boxspringbetten häufig angewendet werden.


    Trick 1: Kein echtes Boxspringbett

    Ein Boxspringbett beruht auf einem speziellen Federungssystem aus zwei gestapelten Matratzen und einem abschließenden Topper (näheres unter Aufbau eines Boxspringbettes). Sie kommen damit auf eine ideale Liegehöhe von meist 60-75 cm. Allerdings ist der Begriff „Boxspringbett“ bisher nicht rechtlich geschützt. Bei billigen Boxspringbetten wird deshalb häufiger aus Kostengründen auf die untere Matratze verzichtet.

    Stattdessen wird eine hohle „Holzkiste“ genutzt. Manche Hersteller werden so kreativ, dass Sie winzige Federn einbringen, um wenigstens von einer „Unterfederung“ sprechen zu dürfen. Mit dem guten Schlafkomfort eines echten Boxspringbettes hat das allerdings wenig zu tun.  Es wird nur die Optik eines Boxspringbetts nachgeahmt um Kunden so zu einem Kauf zu locken. Im folgenden sehen Sie den Aufbau eines echten Boxspringbettes:


    Trick 2: Billige Bonell-Federkerne als Obermatratze

    Matratzen mit Bonell-Federkernen sollten eigentlich nur in der Unterbox zum Einsatz kommen. Diese Federn wirken flächenelastisch und sind geeignet, um Druck auf eine größere Fläche zu verteilen (näheres unter Unterschiede bei Matratzen). Bonellfederkerne haben wenig mit den guten Schlafkomfort zu tun der Boxspringbetten nachgesagt wird. Sie unterstützen den Körper nicht gezielt und schwingen bei Bewegungen stark mit.

    Gute Boxspringbetten nutzen Taschenfederkerne oder hochwertigen Kaltschaum für die Obermatratze, denn diese unterstützen den Körper punktuell und übertragen den Druck dann auf die darunter liegenden Bonell-Federkerne, der wiederum Ihr Gewicht gut abfedert. Der Grund für den Einsatz von Bonellfederkernen in günstigen Boxspringbetten liegt auf der Hand: Sie sind wesentlich kostengünstiger als Taschenfederkerne in der Herstellung.


    Trick 3: Günstige Boxspringbetten haben oft zu wenigen Federn

    Gute Boxspringbetten haben in der Obermatratze mindestens 200 Federn pro Quadratmeter. Besonders hochwertige Betten glänzen mit bis zu 300 Federn / m². In günstigen Boxspringbetten kommen oft nur etwas über 100 Federn pro m² zum Einsatz – ein klarer Qualitätsverlust. Wenige Federn unterstützen den Körper wesentlich ungezielter und passt sich schlechter an Ihre Wirbelsäule an.

    Hat eine Matratze nur wenige Federn, ist der Druck der auf einer einzelnen Federn lastet wesentlich größer. Solche Matratzen sind oftmals schneller durchgelegen. Hier spricht man auch vom sogenannten Hängematten-Effekt.

    Aber Achtung: oft locken Anbieter von günstigen Boxspringbetten mit Angaben wie „280 Federn je Matratze“. Umgerechnet entspricht dies bei einer Standard 90x200 cm Matratze aber gerade einmal 155 Federn pro m².

     


    Trick 4: Der Topper hat ein zu geringes Raumgewicht

    Mit einem Topper schließt ein Boxspringbett ab und ist damit der erste Kontaktpunkt. Beim Topper werden gerne Bezeichnungen wie „Schaumtopper“ oder „Schaumabdeckung“ verwendet. Um welchen Schaum es sich hier genau handelt ist oftmals völlig unklar.

    Wir können davon ausgehen, dass es sich ziemlich sicher nicht um einen hochwertigen Visco- oder Kaltschaum handelt. Entweder ist der Topper erst gar nicht im Lieferumfang enthalten oder er ist sehr dünn und hat ein geringes Raumgewicht. Ein hochwertiger Topper sollte mindestens 5 cm dick sein und ein Raumgewicht von 35 kg/m³ oder mehr besitzen. Besonders günstige Boxspringbetten haben häufig einen Topper mit einem Rauchgewicht von 25 kg/m³ und sind 3 cm hoch. Oftmals werden diese Angaben von Herstellern gerne verschwiegen.

     


    Trick 5: zu dünne Schaumstoffschicht über den Federkern

    Um Material und damit Kosten einzusparen fällt bei den Matratzen billigerer Boxspringbetten die Schaumstoffschicht eher dünn aus. Diese Schaumstoffschicht sorgt eigentlich dafür, dass Sie die Federn nicht spüren.  Ist diese Schicht jedoch sehr dünn kann sie leichter durchstoßen werden.

    Dies kann dazu führen, dass Sie im Schlaf einzelne Federn spüren, was teilweise als unangenehmes Drücken wahrgenommen wird. Rückenschmerzen und viel Ärger sind da schnell vorprogrammiert.